Faszination und Empörung – zwischen diesen Polen bewegen sich unsere Gefühle gegenüber Hochstaplern und Betrügern. Wegen ihrer Gerissenheit und ihres Erfolges mag man sie bewundern, doch geben sie zugleich Anlass zu moralischer Entrüstung. Auch bei den Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull schwankt jeder Leser zwischen Sympathie und Ablehnung und muss sich kritisch fragen, inwieweit er selbst dem Betrug und den Schmeicheleien des Erzählers auf den Leim geht. Untersuchen Sie daher mit Ihren Schülerinnen und Schülern die Tücken der Erzählhaltung, erarbeiten Sie das Hochstaplermotiv und die Gesellschaftskritik in Thomas Manns Roman. Ein Krull-Quartett und das Abfassen eines fiktiven Fortsetzungskapitels bieten Gelegenheit zur spielerischen Wiederholung und zur produktionsorientierten Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse.