Wörter, aber auch Redewendungen und grammatikalische Regeln, verändern ihre Bedeutung unentwegt. Weil dies aber nicht abrupt geschieht, sondern schleichend, nehmen wir davon im Alltag nur wenig Notiz. Umso befremdeter sind wir, wenn wir zum Beispiel auf einen mittelalterlichen Text stoßen, in dem wir zwar einzelne Wörter wiedererkennen, aber nicht mehr verstehen, was mit ihnen gemeint ist. In der Unterrichtsreihe wird das Phänomen des Bedeutungswandels unter historischen, linguistischen und kommunikativen Aspekten untersucht: Welche Motive bewegen eine Sprachgemeinschaft dazu, die etablierte Bedeutung von Wörtern aufzugeben und ihnen einen neuen Sinn zu unterlegen? Welche Eigenarten und Strukturen der Sprache machen den Bedeutungswandel überhaupt möglich? Welche Konsequenzen hat der Bedeutungswandel für die Kommunikation in einer Sprachgemeinschaft?