Ganzes Werk • elk Verlag • von Samuel Zwingli
Köpfchen? Köpfchen!
Es käme keiner Lehrerin, keinem Lehrer in den Sinn, die ganze Klasse stets über eine Hochsprunglatte springen zu lassen, die auf 50 cm Höhe liegt, nur weil zwei, drei Kinder die nächste Höhe nicht zu meistern vermögen. Selbstverständlich wird eine zweite und dritte Anlage aufgebaut, wo die Latte auch einmal so hoch gelegt werden kann, dass auch die besten Hochspringerinnen und Hochspringer im ersten oder zweiten Anlauf scheitern können. Die Freude, es schließlich doch noch geschafft zu haben – vielleicht erst in der nächsten oder übernächsten Turnstunde – ist bei den Hochsprungbegabten größer. Dies gilt nicht nur für die Hochsprungbegabten, dies gilt für alle Bereiche des Lernens, des Anstrebens einer weiteren Stufe des Könnens. Die richtige Höhe zu finden, ist die große Kunst. Hochbegabt oder nicht?Diese Frage stellt sich uns zwar immer wieder, aber die Antwort darauf ist letztlich unwesentlich. Im praktischen Schulalltag lautet die Frage – egal, ob nun ein Kind hochbegabt, «nur» begabt, fleißig, strebsam oder ehrgeizig ist – ganz einfach: Wo nehme ich Aufgaben und Aufträge her, welche die Kinder, die vom «üblichen» Schulstoff eher unterfordert sind und sich daran bald einmal langweilen, in angemessenem Rahmen fordern und fördern? Die vorliegenden Aufträge sind unterschiedlich schwierig zu lösen. Die einen erfordern ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, andere sind zweidimensional angelegt, wieder andere gehen spielerisch mit Zahlen um. Logicals und knifflige Textaufgaben sind in dieser Sammlung keine bzw. nur wenige zu finden. Nicht Lesetechnik und Textverständnis stehen im Vordergrund, sondern Vorstellungskraft und Logisches Denken. Wir lassen die Kinder selbstständig Aufgaben auswählen, beraten sie vielleicht dabei und geben ihnen nur Tipps, wenn sie nach mehreren vergeblichen Anläufen von rechts, um beim Bild vom Hochsprung zu bleiben, auch einmal von links her anlaufen könnten, die Sprungtechnik wechseln sollten. Keinesfalls jedoch packen wir sie und heben sie über die Latte. Eher schon sagen wir: Leg das Blatt beiseite und versuche es in ein paar Wochen noch einmal. Überdurchschnittlich begabte Kinder können, weil sie immer wieder neue Aufgaben brauchen, zu einer Last, zu einer Belastung werden. Diese und ähnliche Aufgaben helfen hoffentlich mit, dass die Freude der Kinder und an den Kindern erhalten bleibt.
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